Miniteich anlegen
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Es ist gar nicht schwer, einen Miniteich anzulegen. Damit die Freude an Wasser, Tieren und Pflanzen ungetrübt bleibt, ist es wichtig, von Anfang an ein paar Tipps zu beherzigen. Einige grundsätzliche Überlegungen gewährleisten einen guten Start. Der Miniteich dankt es Ihnen mit vielen erholsamen Stunden.
Bevor Sie einen Miniteich selbst anlegen oder das erworbene Komplettset auf Balkon, Terrasse oder im Garten platzieren, ist es sinnvoll, ein paar grundsätzliche Dinge zu planen und zu überdenken. Wie der große Gartenteich ist der Miniteich eine künstlich geschaffene Wasserlandschaft. Im Gegensatz zu seinem großen Kollegen hat der Miniaturteich jedoch relativ wenig Wasser, und dadurch mit einigen speziellen Dingen zu kämpfen.
Anlage eines Miniteiches:
- Untergrund
- Standort
- Material
- Aufbau - in 9 Schritten
- Weinfass vorbereiten
- Zinkwanne vorbereiten
Ein sensibles Biotop
Der klassische Miniteich auf Balkon und Terrasse ist kein sich selbst erhaltendes Gewässer. Wassertiere kann er nicht ernähren, Wasserpflanzen können ebenfalls darben und kränklich wirken, die Algenblüte kann den Besitzer zur Verzweiflung bringen. Das kleine Biotop reagiert sehr sensibel.
Trotz allen Könnens kann es passieren, dass der Miniteich nichts wird. Und hier zeigt sich der große Vorteil gegenüber dem großen Gartenteich. Sie können Ihre kleine Wasseroase ohne große Umstände neu anlegen.
Bevor es nun an den Aufbau des Miniteiches geht, ein paar grundsätzliche Dinge, die Sie vorab klären sollten.
Der Untergrund
© PixabayDer Untergrund für den Miniteich muss eben sein – ganz unabhängig von Behältnis und Standort. Beim Aufstellen ist eine Kontrolle mit der Wasserwaage nötig. Sonst läuft Ihnen das Wasser auf der einen Seite bereits heraus, während auf der andere Seite der Wasserpegel viel zu niedrig ist. Balkon und Terrasse haben häufig ein Gefälle. Dieses lässt sich mit Holzkeilen oder Steinplatten ausgleichen.
Die Wahl des Standortes
Ob Sie mehr Freude oder mehr Arbeit mit Ihrem Miniteich haben, entscheidet der Standort maßgeblich. Halbschatten ist ideal, aber nicht immer gegeben. Dennoch kann man mit ein paar Kniffen auch dort einen Miniteich anlegen.
Einen kleinen Teich unter einem schattenspendenden Baum oder Strauch zu platzieren, ist dagegen keine gute Idee. Nicht nur im Herbst fallen Blätter, Ästchen, Pollen etc. ins Wasser. Das bedeutet Nährstoffzufuhr und die kann die geringe Wassermenge im Miniteich schnell zum Kippen bringen.
Eine gute Alternative sind Schwimmpflanzen und Schwimmblattpflanzen. Durch die Beschattung der Wasseroberfläche wird die Verdunstung und Algenbildung herabgesetzt. Die Seerose ist ideal für einen sonnigen Standort. Sie wurzelt im Grund, die schwimmenden Blätter beschatten das Wasser und die Blüte liebt die Sonne. Perfekt!
Kleine Schwimminseln können ebenfalls für die Beschattung des Wassers sorgen. Es gibt sie im Handel in verschiedenen Formen und Größen. Bepflanzt sehen sie sehr schön aus. Sie sind auch einfach aus Styroporplatten herzustellen: gewünschte Größe zuschneiden, Löcher für die Pflanzen rein, Pflanze in das Loch stecken, so dass die Wurzeln ins Wasser gehen und die Pflanze auf der Styroporplatte sitzt – fertig.
Das Material für Ihren Miniteich
Das Behältnis ist gewählt, der Standort festgelegt. Um den Miniteich einzurichten – egal, ob Balkon-, Terrassen- oder Miniaturteich im Garten – benötigen Sie noch folgende Materialien:
- Pflanzkörbe
- Teichsubstrat
- Kies (Größe zwischen 8 und 25 mm, gewaschen)
- Steine (gewaschen)
- Wasserpflanzen (geeignete Pflanzen stellen wir Ihnen im Kapitel “Wasserpflanzen” vor)
Waschen Sie Kies, Steine und Pflanzkörbe sorgfältig, bevor Sie sie einsetzen. Sonst haben sie lange Zeit gegen milchiges Wasser anzukämpfen. Weil der Miniteich nur wenig Wasser hat, ist die Selbstreinigung stark eingeschränkt.
Der Aufbau - 9 Schritte zum Miniteich
Nun beginnt der Aufbau:
Haben Sie den richtigen Standort und den geeigneten Behälter gefunden, wird zuerst die Teichpumpe eingesetzt – falls Sie eine haben möchten. Für den üblichen Miniteich brauchen Sie weder Pumpe noch Filteranlage. Wollen Sie in dem kleinen Gewässer allerdings Ihren Aquariumsfischen einen Sommersitz bieten, machen Pumpe und Filter durchaus Sinn.
Auch wenn Sie eine Wasserlandschaft aus mehreren Miniteichen verbinden, benötigen Sie Filter und Pumpe. Filterpumpen werden am besten immer auf einen großen Stein gesetzt, damit Sie nicht den ganzen Bodenschlamm ansaugen. Die Umwälzleistung der Pumpe richtet sich generell nach dem Teichvolumen. Für die meisten Miniteiche dürften 1000 Liter pro Stunde ausreichend sein.
Bedecken Sie den Boden des Behältnisses mit einer Schicht gewaschenem Kies. Größen zwischen 8 mm und 25 mm werden hierfür gerne verwendet. Verteilen Sie den Kies gleichmäßig. Kies gibt es in verschiedenen Farben, helle Kieselsteine zaubern einen schönen Kontrast.
Mit Steinen stellen Sie nun die unterschiedlichen Wassertiefen und -stufen her. Natürlich auch hier nur gewaschene Steine einsetzen. Sie können sowohl Ziegel- als auch Pflastersteine verwenden.
Möchten Sie Ihren Miniteich mit einen Quellstein, einer Figur oder einem Wasserspeier noch attraktiver machen, ist jetzt die Zeit dafür, das Zubehör zu platzieren. Diese Elemente benötigen häufig nochmals einen Unterbau aus Steinen.
Nun ist es endlich soweit: Wasser marsch! Damit Sie nicht alles aufwirbeln, gehen Sie vorsichtig vor. Aquarianer haben da so einen Trick: Lassen Sie das Wasser für die ersten Zentimeter über eine Untertasse einlaufen. Dadurch wird das Aufwirbeln vermieden.
Zum Auffüllen können Sie Leitungswasser nehmen, Regenwasser (sofern es nicht gerade frisch vom Dach kommt) oder Wasser aus einem bereits vorhanden Teich. Letzteres ist gleichzeitig eine Starthilfe, es lässt das Wassermilieu schneller in Gang kommen. Bevor Sie Wassertiere in Ihren Miniteich setzen, geben Sie dem Wasser noch ein paar Tage Zeit sich einzustellen.
Soll eine Springbrunnenpumpe für stimmungsvolles Plätschern des Wasser sorgen, kann diese nun – wenn der Teich zu dreiviertel mit Wasser befüllt ist – ihren Platz bekommen. Sie wird am besten auf einem extra Pflasterstein drapiert, damit kein Teichschlamm vom Grund angesaugt wird.
Nun kommen die Wasserpflanzen in den Miniteich. 4 bis 5 Pflanzen sind für einen Miniteich ausreichend. Wasserpflanzen benötigen verschiedene Pflanzhöhen. Es kommt zwar nicht auf den Zentimeter an, doch sollten die Höhen ungefähr eingehalten werden, damit die Pflanzen gut gedeihen.
Die unterschiedlichen Höhenniveaus erstellen Sie mit Ziegel- oder Pflastersteinen. Doch so kompliziert ist das Ganze nicht. Man kann es auf eine Faustformel bringen: Sie benötigen einen Bereich in der Pflanzen bis 10 cm tief im Wasser stehen und eventuell einen weiteren von 20 cm. Geeignete Pflanzen für den Miniteich finden Sie hier.
In der Regel werden Pflanzen nicht direkt in den Miniteich gepflanzt. Sie werden in Pflanzkörbe gesetzt, die zuvor mit Vlies ausgelegt und Kieselsteinen beschwert worden sind. Außerdem benötigen Sie Teichsubstrat. Blumenerde enthält zu viele Nährstoffe, deshalb wird auf sie verzichtet. Sie wollen ja den Algen nicht eine zusätzliche Mahlzeit spendieren. Nun werden die Pflanzenwurzel gründlich ausgespült und in den Pflanzkorb gesetzt.
Verwenden Sie ein qualitativ gutes Teichsubstrat, damit Sie nicht zu viele Nährstoffe in das Wasser eintragen. Dieses können Sie auch selbst anmischen: Sand, etwas Kies und Lehm. Die Pflanze holt sich die Nährstoffe aus dem Wasser.
Die Pumpe bzw. Springbrunnenpumpe kann in Betrieb genommen werden, wenn das Behältnis mit Wasser gefüllt ist. Nun können Sie Ihr Werk bestaunen und genießen. Achten Sie darauf, immer genügend Wasser im Miniteich zu haben. Bei kleinen Gefäßen kann sich die Verdunstung schnell negativ auf Ihre kleine Ruheoase auswirken.
Hat sich das Wasser in Ihrem Zierteich einige Tage stabilisieren können, dürfen nun die Wassertiere eingesetzt werden. Bitte beachten Sie, dass Fische nur bedingt für den kleinen Wassergarten geeignet sind. Eine für Teichfische geeignete Wasserqualität zu halten, erfordert einige Mühen. Die Bewohner sollten deshalb nicht nur nach der Optik, sondern besonders nach deren Ansprüche ausgesucht werden.
Der Miniteich steht! Nun können Sie Ihre kleine Wasseroase genießen. In einem Liegestuhl dem sanften Plätschern des Springbrunnens lauschen und eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen.
Die richtige Vorbereitung des Behälters
Die geeigneten Behältnisse für einen Miniteich haben wir unter “Arten von Miniteichen” aufgeführt. Während Pflanzschalen und -töpfe aus Ton oder Plastik in der Regel nur gründlich gereinigt werden, müssen sich Holzfass und Zinkwanne einer längeren Prozedur unterziehen bevor sie mit Wasser gefüllt und Pflanzen dekoriert werden können.
Der Miniteich im Fass
Das Fass für Ihren Miniteich sollte vorher mehrfach gereinigt und gespült werden. Wurde vorher Wein darin gelagert, müssen die Rückstände des Weinsteins und der Hefekulturen ausgewaschen werden. Waschsoda ist ein kleines Wundermittel, das Sie bei dieser Arbeit wirkungsvoll unterstützt: Stellen Sie das Fass an einen sonnigen Ort, füllen es mit Wasser und fügen etwas Waschsoda hinzu. Nach einigen Wasserwechseln wird das anfangs noch trübe oder schleimige Wasser klar werden. Ein wenig Geduld ist allerdings erforderlich.
Das Holzfass sollte nicht direkt auf dem Boden stehen. Es kann sonst von unten stockig werden. Rollen sind eine gute Alternative, zumal dadurch noch Mobilität gegeben ist. Bewährt haben sich auch kurze Holzleisten, auf denen das Fass ausgerichtet wird.
Wie schon mehrfach angesprochen, kann ein Miniteich kein sich selbst erhaltendes und selbstreinigendes Biotop sein. Sie werden ihm immer etwas Pflege angedeihen lassen müssen. Sicherlich werden Sie Ihren Mini-Gartenteich auch mal umstellen oder einfach nur einige Meter verrücken wollen. Am Boden angebrachte stabile Rollen sind dafür sehr praktisch. Ist das halbierte Weinfass erst einmal mit Wasser befüllt, kann man es kaum mehr tragen.
Durch längere trockene Lagerung kann es passieren, dass Ihr Weinfass nicht mehr dicht ist. Das ist allerdings kein Drama. Einige Zeit nach dem Befüllen wird es wieder wasserundurchlässig. Damit das schneller vonstatten geht, umwickeln Sie das Fass von außen mit Klarsichtfolie und lassen dann Wasser einlaufen.
Die Auskleidung des Fasses mit Teichfolie stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Gegner sind der Ansicht, dass das Holz im Laufe der Zeit dermaßen austrocknen würde, dass das Fass irgendwann auseinanderfallen könnte. Folie sei nur bei sehr alten und beschädigten Behältern notwendig, die von sich aus nicht mehr dicht werden.
Ungefähr 100 Liter Wasser passen in das klassische halbierte Weinfass. Zusammen mit ca. 30 kg Eigengewicht kommt man auf die Summe von 130 kg. Steine, Wasserpflanzen und Pflanzerde bringen noch ein paar Kilos dazu. Dieses Gewicht ist eigentlich kein Problem. Soll der kleine Teich auf dem Balkon stehen, sollten Sie abklären, ob der Untergrund bzw. die Tragkraft das dauerhaft aushält.
Sollte die Tragfähigkeit des Untergrundes begrenzt sein, wählen Sie lieber ein kleineres Fass. Ein nur zur Hälfte gefüllter großer Behälter sieht nicht gut aus. Außerdem schadet es dem Weinfass. Das Holz trocknet aus und wird undicht.
Holz arbeitet – das ist sicherlich nichts Neues für Sie. Ganz besonders jedoch, wenn sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit ändern. Steht das Weinfass zu lange trocken, nimmt die Feuchtigkeit im Holz ab, die einzelnen Bretter des Fasses ziehen sich zusammen. Dadurch kann es undicht werden. Deshalb sollten Sie das Holzfass nach der Lieferung mit Wasser füllen. Die Dauben quellen wieder auf, und das Fass dichtet sich ganz von selbst wieder ab.
Das “Paradies” in der Zinkwanne
Zinkwannen sind sehr dekorativ und als Miniteich mit der entsprechenden Bepflanzung ein echter Hingucker. Soll in der Zinkwanne ein kleines Biotop für erholsame Stunden entstehen, muss die Wanne folgende Eigenschaften aufweisen: Mindesttiefe 40 cm, Mindestwasservolumen 40 l – ideal wären 60 l.
Die Zinkwanne sollte immer mit Teichfolie oder flüssiger Folie ausgekleidet werden, weil Schadstoffe abgegeben werden. Zink ist für Tiere und Pflanzen giftig. Die in Teicherde enthaltene Huminsäure kann Zink lösen, so dass es ins Wasser gelangt. Um ein optimales Wasserklima zu erreichen, benötigt sie eine Deckschicht. Auch wenn Sie die Zinkwanne in den Boden setzen wollen, sollten Sie nicht auf Teichfolie verzichten.
Die Alternative zur Teichfolie: flüssige Teichfolie
Wenn Teichfolie für Sie nicht das Mittel der Wahl ist, versuchen Sie es doch mit flüssiger Teichfolie. Die farbige Teichfolie kann ein optisches Highlight sein und hat noch einen netten Nebeneffekt: kleine Risse und Lecks werden gleich mit abgedichtet.
Beim Streichen sind Handschuhe und eine Atemschutzmaske Pflicht. Die Farbe riecht sehr unangenehm und gesund dürfte das Einatmen der Dämpfe auch nicht sein.
Der zweite und dritte Anstrich wird in den folgenden zwei Tagen durchgeführt. Auch wenn es in den Finger juckt, schnell fertig zu werden, um das Kleinod genießen zu können, braucht die flüssige Folie Zeit, um durchzutrocknen. Undichte Stellen oder Löcher müssen mit besonderer Sorgfalt bearbeitet werden.
