Wasserpflege: So bleibt das Wasser im Miniteich klar
Startseite » Wasser: Qualität & Pflege
Es gibt fast nichts Schöneres, als im Sommer nah am Miniteich zu liegen und den Blick auf die eigene, kleine Wasseroase zu genießen. Damit der Miniteich nicht zur Mini-Katastrophe wird, ist die richtige Wasserpflege das A und O. Wasserpflege klingt eigenartig, ist aber eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Klares Wasser, vitale Wasserpflanzen und gesunde Teichbewohner machen gleich doppelt so viel Freude. Damit diese Freude lange anhält, haben wir für Sie ein paar Tipps zusammengefasst.
Aufgrund des begrenzten Wasservolumens im Trog oder in der Zinkwanne kann der Miniteich kein selbstregulierendes biologisches Gleichgewicht herstellen. Sie müssen ihm ein wenig helfen, um sich länger an klarem Wasser zu erfreuen. Mit ein paar wenigen Handgriffen werden Sie Herr bzw. Frau über Algen, organische Einträge und Bodenschlamm. Kurzum, über alles, was das Wasser und die Freude am Miniaturteich trüben könnte. Im Wesentlichen geht es bei der Wasserpflege um drei Bereiche: Wasseraufbereitung, -stabilisierung und Nährstofflimitierung.
Warum wird Wasser im Teich grün?
Grünes Wasser liegt an mikroskopisch kleinen Algen. Sie werden auch als Algenblüte oder Schwebealgen bezeichnen. Algen ernähren sich von überschüssigen Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat. Kommt dann noch zuviel Sonneneinstrahlung hinzu und lässt die Wassertemperatur ansteigen, gedeihen sie prächtig.
Um eines vorweg zu nehmen: Glasklares, blaues Wasser wie in einem Pool werden Sie in Ihrem Miniteich nicht haben. Aber das ist ja auch nicht gewollt. Dennoch müssen Sie sich nicht mit einer grünen, trüben Wasserbrühe abfinden. Dagegen können Sie etwas tun.
Sonnenlicht ist ein Wachstumsförderer. Sie können schon bei der Anlage Ihres kleinen Wassergartens auf einen schattigen Standort achten oder den Teich schattieren. Hilfreich ist oftmals schon ein Sonnenschirm, der nicht nur Ihrem Relaxplatz, sondern auch dem Teich für ein paar Stunden am Tag Schatten spendet.
Neben Phosphat ist Nitrat ein wichtiger Dünger für Wasserpflanzen und auch für Algen. Füllen Sie Ihren Miniteich mit Leitungswasser, statt mit nitrathaltigem Brunnen- oder Zisternenwasser.
Blätter, Blütenstaub, Pflanzensubstrat und Fischfutter bringen Stickstoff in das Teichwasser. Dieser wiederum erhöht den Nitratgehalt. Dadurch werden alle Gewässer permanent gedüngt. Durch die Einträge wird die organische Masse größer, Teichschlamm sammelt sich am Boden an, die Nitratwerte steigen ständig. Algen gedeihen prächtig.
Entfernen Sie die Einträge von der Wasseroberfläche regelmäßig. Mit einem Schlammsauger können Sie den Bodensatz bequem entfernen, ohne das Wasser abzulassen. Als Alternative zum Teichschlammsauger können sich Teichschlammentferner einsetzen, die auf rein biologischen und mineralischen Inhaltsstoffe basieren. Die enthaltenen Bakterien und Mikroorganismen zersetzen die Schlammschicht und bauen sie ab. Wenden Sie Teichschlammentferner regelmäßig an, beugen Sie einer Verschlammung Ihrer kleinen Oase vor.
So entfernen Sie Nitrat
Sorgen Sie für eine üppige Bepflanzung Ihres Miniteichs. Wasserpflanzen benötigen für ihr Wachstum jegliches Nitrat, für Algen bleibt somit kaum noch Nahrung übrig.
Sie können auch auf sanfte “Chemie” zurückgreifen, um den Nitratgehalt im Wasser auf ein Minimum zu beschränken. Im Fachhandel sind Tabs mit denitrifizierenden Bakterien erhältlich, die Nitrat zu gasförmigem Stickstoff (N) verstoffwechseln. Dieser vergast in die Luft. Viele dieser Tabs wurden in der kommunalen Abwassertechnik eingesetzt. Sie vergasen auch anfallenden Fischkot und Teichschlamm, vorausgesetzt sie werden regelmäßig angewendet. Dosierung und Zeitrhythmus werden vom Hersteller meist auf der Verpackung angegeben.
Für den Miniaturteich im Holzfass, Kübel oder in der Zinkwanne ist es am einfachsten bei grünem und trübem Wasser einen Wasserwechsel vorzunehmen. Leeren Sie das Behältnis bis zu einem Drittel und füllen es dann mit Leitungswasser auf.
© PixabayEs grünt so grün, wenn….
Algen – jeden Teichbesitzer kann es erwischen. Algen haben in Gewässern durchaus ihre Berechtigung, liefern sie doch einen wichtigen ökologischen Beitrag. Im Garten- oder Miniteich dagegen, können sie leicht überhand nehmen. Beim Miniteich lässt sich aufgrund des geringen Wasservolumens eine Algenplage leider nicht vermeiden. Allerdings sind diese auch viel schneller und bequemer zu entfernen, als beim großen Bruder Gartenteich.
Wie in der Abbildung dargestellt, können Algen im Miniteich nicht immer als Algen erkennbar sein: sogenannte Algenteppiche, wie wir sie aus Teichen oder größeren stehenden Gewässern kennen, treten auch in Miniteichen auf. Miniteichbesitzer haben jedoch häufig mit Schwebalgen zu kämpfen, die nicht direkt „greifbar“ bzw. direkt erkennbar als Algen sind. In diesem Fall tritt eine gleichmäßige grüne Eintrübung des Wassers im Miniteich auf – ganz klar ein Zeichen für zu viele Nährstoffe im Wasser aufgrund eines zu starken Fischbesatzes oder/und zu weniger Wasserpflanzen!
Regelmäßiges Wasserwechseln verschafft in diesem Fall nur kurzfristige Linderung im Sinne einer Symptombekämpfung. Jedoch wird man erst diesem leidigen Algenproblems Herr, wenn man der Quelle für zu viel Nährstoffe im Wasser des Miniteichs zu Leibe rückt – und diese ist regelmäßig bei den Bewohnern des Miniteichs oder aber den organischen (Abfall-)stoffen abgestorbener Pflanzen/Blätter sowie des zu viel Nitrat/Nitrit beinhaltenden Pflanzenbodens zu suchen!
© Frank MöllerAlgen, Algen, Algen
© Frank MöllerGrünalgen kommen im Frühjahr rasant in Fahrt. Die Temperaturen steigen schnell, die Wasserpflanzen sind noch gänzlich von ihrer Winterruhe erwacht. Den Nährstoff Phosphat können sie deshalb nur im kleinen Umfang aufnehmen. Dafür zeigt die “Frühjahrsalge” bereits einen guten Appetit und bedient sich ungeniert am vorhandenen Nährstoffangebot.
Fadenalgen profitieren von steigender Sonneneinstrahlung und höheren Temperaturen. Optisch tritt sie in einigen Variationen auf: mit bis zu 20 cm langen Fäden, büschelartig, als spinnwebenartiges Netz oder als klumpenartiges Nest. Die perfekte Grundlage für diese Algen ist ein Sauerstoff- und Nährstoffüberschuss durch mangelnde Bepflanzung des Teichs sowie durch zu viel Sonneneinstrahlung.
In einem gesundem Maß ist die Schwebealge nützlich, da sie eine natürliche Nahrungsquelle für Kleinstlebewesen darstellt. Eine übermäßige Population kann jedoch gefährlich werden. Der sich bildende flockige Teppich an der Wasseroberfläche verhindert die Sonneneinstrahlung in den Teich. Im Teich stirbt langsam alles ab und er kann kippen.
Die bekannte Kieselalge gehört zu den Mikroalgen. Sie ist am rostfarbenen Belag zu erkennen. Aufgrund ihrer Größe bzw. Kleinheit lässt sie sich sehr schlecht entfernen.
Die Blau- oder Schmieralge ist ein gefährlicher Vertreter. Sie kann Toxin freisetzen, das für Pflanzen und Fische giftig ist. Hierbei handelt es sich eigentlich gar nicht um eine Alge, sondern um ein Bakterium. Doch auch die Blaualge ernährt sich von Nitrat und Phosphat. Bei ansteigenden Temperaturen hinterlässt sie einen “schmierigen” Belag am Wasserrand und auf Steinen im Teich. Ein ölartiger Belag auf der Wasseroberfläche ist ebenfalls ein Indiz für das Bakterium.
Machen Sie Algen den Garaus
Bereits mit der Wahl des Behältnisses und des Standortes Ihres Miniteichs können Sie das Algenwachstum begrenzen. Holzbottiche haben eine sehr gute Isolationswirkung, so dass sich das Wasser im ehemaligen Weinfass nicht so schnell aufheizt. Anders bei Zinkwannen. Metall ist ein guter Wärmeleiter. Bei steigenden Temperaturen wird das Wasser sehr schnell erwärmt. Steht die Wanne oder der schwarze Mörtelkübel dann noch unbeschattet in der Mittagssonne, steigt die Wassertemperatur sehr schnell an.
Achten Sie also sowohl auf Material als auch auf den Standort bzw. die Sonneneinstrahlung schon bei der Auswahl von Miniteich-Behältnis als auch beim Aufstellen desselben! Ein Eichenfass bzw. nicht-metallischer Miniteichbehälter im Halbschatten ist quasi die beste Absicherung gegen ein unkontrolliertes Algenwachstum im Sommer bzw. bei hoher Sonneneinstrahlung. Somit können Sie schon direkt bei der Planung Ihres Wasserbiotops und dessen gewünschtem Standort sehr viel Einfluss auf den langfristigen Spaß mit eben diesem und eben OHNE lästigem Algenbefall nehmen!
© Frank MöllerOrganisches Material regelmäßig entfernen
© PixabayBei den Arbeiten am Miniteich zeigt sich der Vorteil zum großen Kollegen Gartenteich. Allzu üppig wuchernde, abgestorbene und vertrocknete Pflanzen, Blätter, etc. können schnell und einfach entfernt werden. Das Wasser wird durch den Fäulnisprozess nicht verschmutzt und die Algen erhalten weniger Nahrung.
Schwebealgen entfernen Sie mit einem kleinen Kescher, Fadenalgen mit der Hand. Wenn Sie eine Filteranlage mit UVC-Klärer an Ihrem Miniteich installiert haben (was jederzeit, auch im Nachhinein noch möglich ist) sollten Schwebealgen kaum noch vorhanden sein.
Sie müssen nicht zur chemischen Keule greifen, um das Wasser klar zu halten. Mit der richtigen Pflege bekommen Sie es in den Griff. Ein Teilwasserwechsel ist in der Regel eine sehr gute Maßnahme, die sich insbesondere bei Miniteichen mit dem geringen Wasservolumen als 1. Wahl anbietet. Tauschen Sie das Wasser jedoch nicht gänzlich aus. Ein Drittel sollte im Behältnis bleiben und mit zwei Drittel Leitungswasser aufgefüllt werden.
Füllen Sie regelmäßig Wasser nach. Im Sommer verdunstet sehr viel. Durch das frische Wasser wird Ihrem kleinen Biotop Sauerstoff zugeführt, was das Algenwachstum bremst. Ein kleines, dekoratives Wasserspiel sorgt ebenfalls für eine Sauerstoffanreicherung. Zudem hat das leichte Plätschern eine entspannende Wirkung auf den Teichbesitzer, die dieser besonders genießen kann, da die Algen nun nicht mehr im Blickfeld stehen.
Den Wasserpflanzen haben wir ein eigenes Kapitel gewidmet. Sie sind unverzichtbar und leisten gute Dienste, wenn es darum geht, die Algen auszuhungern. Sind sie erst einmal in Gang gekommen, entziehen Tausendblatt, Kalmus, Tannenwedel und Zwerg-Rohrkolben viele Nährstoffe, so dass für die Algen nicht mehr viel übrig bleibt. Als natürliche Wasserfilter lassen sich auch Teichmuscheln einsetzen. Dafür benötigt der Teich jedoch eine bestimmte Größe.
Handelt es sich bei Ihrem Miniteich um ein im Boden eingelassenes Betonbecken oder eine Teichschale mit größerem Wasservolumen, macht es Sinn, die wichtigsten Parameter regelmäßig zu überprüfen. Anhand derer können Sie erkennen, ob alles optimal läuft. Außerdem sind Sie dadurch in der Lage, frühzeitig zu reagieren, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Entsprechende Testpakete bekommen Sie im Teichhandel. Bequem und einfach sind Teststreifen, die ins Wasser gehalten werden und auf einen Blick alle wichtigen Wasserwerte liefern.
Karbonathärte und ph-Wert sollten regelmäßig getestet werden. Halten Sie Fische in Ihrem Teich, ist es sinnvoll, regelmäßig das Teichwasser auf die Abbauprodukte Nitrit, Nitrat und Ammonium zu überprüfen. Diese sind für Fische giftig und können zu Fischsterben führen. Ausreißende Werte können durch im Fachhandel angebotene Mittel reguliert werden. Dort können Sie sich beim ersten Einkauf entsprechend beraten lassen.
Tipp: Brottrunk
Einen Teich ohne Algen gibt es nicht. Wenn Sie Ihre kleine Oase richtig pflegen, wird sich die Menge an Schwebealgen in Grenzen halten. Das gelingt Ihnen ganz einfach mit Brottrunk, der in fast jedem Supermarkt zu haben ist. Fügen Sie nach der Reinigung des Teiches dem Wasser etwas Brottrunk hinzu. Ist er in ausreichender Menge im Wasser vorhanden, verbindet er sich mit den Schwebealgen. Diese sinken dann auf den Boden. Das Wasser bleibt klar. Der Bodenschlick muss dann halt häufiger entfernt werden.
Chlor im Wasser
Nicht immer sind Leitungs-, Brunnen oder Regenwasser für Teichbewohner ideal. Brunnen- und Regenwasser können Schadstoffe enthalten. Leitungswasser kann neben Schwermetallen Chlor enthalten. Chlor ist schädlich für alle im Teich lebenden Organismen und sollte deshalb im Wasser nicht nachweisbar sein.
In der Regel gelangt Chlor bei einer Neubefüllung oder dem Nachfüllen mit Leitungswasser in den Miniteich. Bereits ab einer Konzentration von 0,05 mg/l ist Chlor für Fische und nützliche Bakterien schädlich. An den Schleimhäuten der Fische führt es zu Verätzungen. Es gibt Teichpflegemittel, die Chlor im Wasser neutralisieren. Aber es gibt auch noch die eine oder andere Methode:
Treiben Sie Chlor einfach auf:
Belüften Sie das Wasser, bevor es in den Teich gegeben wird. Benutzen Sie beim Nachfüllen mit Leitungswasser immer eine Zerstäuberdüse. Dadurch wird Chlor aufgetrieben.
Aktivkohle entfernt Chlor
Gechlortes Leitungswasser wird neutralisiert, wenn Sie es langsam über eine Patrone mit Aktivkohle leiten.
Fazit:
Ihr Miniteich entwickelt sich am besten, wenn Sie gänzlich auf harte Chemiekeulen verzichten. Sinnvoll ist eine Springbrunnenpumpe für mehr Sauerstoff im Wasser. Dadurch bleibt es länger klar. Organische Stoffe und Einträge sollten Sie regelmäßig entfernen, Algen abkeschern oder per Hand beseitigen und von Zeit zu Zeit den Bodenschlamm entfernen. Nehmen Algen und trübes Wasser überhand, ist ein Wasserwechsel angesagt.
